Cheb/Eger. Geboren wurde Peter Glotz am 6. März 1939 in Cheb/Eger. Seine Mutter war Tschechin, sein Vater Deutscher. Nach der Vertreibung aus der Heimat wuchs Glotz in Oberbayern auf. Bekannt wurde er durch seinen politischen Einsatz in der SPD, vor allem als Generalsekretär zu Zeiten Willy Brandts. Von den Medien wurde er als „Vordenker“ der Sozialdemokratie bezeichnet.
Neben der Politik und der Familie bildete auch die Vertreibungsgeschichte einen Schwerpunkt im Leben des Publizisten. Ein Interesse an Böhmen, das weit über die Vertreibung der Sudetendeutschen hinaus geht, zeigt sein 2003 veröffentlichtes Buch „Die Vertreibung“, das sich mit der Geschichte seiner Heimat auseinandersetzt. Seine Erinnerungen an und Meinungen über diese sind allerdings nicht immer positiv: „Ein paar Völker teilten sich das gleiche Stück Erde. Zum Schluss fielen die Stärksten unter ihnen – Deutsche, Tschechen und Slowaken – übereinander her“, schreibt er in seinem Buch, das den Untertitel „Böhmen als Lehrstück“ trägt.
Sein Einsatz Ende der neunziger Jahre galt aber trotzdem der Errichtung eines Zentrums gegen die Vertreibung. Den Vorsitz der zu diesem Zweck gegründeten Stiftung hatte er ab 2000 zusammen mit Erika Steinbach inne. In der Politik war er zuletzt kaum noch aktiv. 2005 starb Glotz im Alter von 66 Jahren in Zürich an Krebs.
lf
(24. 8. 2010)