Lenka Reinerová galt als die letzte Vertreterin der deutschsprachigen Literatur in Prag. In ihr und ihren Werken lebte die literarische Tradition der Zwischenkriegszeit weiter, die geprägt war von ihren Freunden wie Egon Erwin Kisch und Franz Werfel. Am 17. Mai wäre Lenka Reinerová 100 Jahre alt geworden. Das Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren ehrt sie anlässlich dieses Jubiläums mit einem Gedenkabend.

Der Lebensweg Lenka Reinerovás war steinig, die Verfolgung als Jüdin durch die Nazis und später als Verfechterin freiheitlicher Ideale durch die Kommunisten konnten sie aber nicht brechen. Sie arbeitete als Journalistin, Dolmetscherin und Autorin. Für ihr Lebenswerk erhielt sie neben der tschechischen Verdienstmedaille und dem großen Bundesverdienstkreuz auch die Ehrenbürgerschaft ihrer Heimatstadt Prag.

Sie pflegte das besondere Prager Deutsch und die Erinnerung an die deutschsprachige Prager Literatur. Zusammen mit dem Germanisten Kurt Krolop und dem Diplomaten František Černý gründete Lenka Reinerová 2004 das Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren. Am 17. Mai ehrt sie das Literaturhaus (Ječná 11) ab 18 Uhr nun mit einem Gedenkabend in Anwesenheit ihrer Tochter Anna Fodorová und vieler Mitstreiter. Gezeigt wird zudem der Kurzfilm „… a sekať dobroutu…“, den der slowakische Regisseur Peter Solan nach einer literarischen Vorlage Lenka Reinerovás 1968 gedreht hatte.

Weitere Informationen zu dieser und weiteren Veranstaltungen des Prager Literaturhauses finden Sie auf den offiziellen Internetseiten: hier.

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