Foto: Prager Burg - Bild: LE/tra

Anfang März will Tschechiens Präsident Miloš Zeman offiziell mitteilen, ob er für weitere fünf Jahre das höchste Amt im Staat anstrebt. Der Termin ist gut gewählt - die Wahlen finden genau ein Jahr darauf statt. Doch die Prager Spatzen pfeifen schon jetzt von den Dächern, dass Zeman gewillt ist, den ersten fünf Jahren noch weitere fünf folgen zu lassen. 

Grafik: Beschädigte Autobahn

Was hatten Sachsen und Tschechen der offiziellen Eröffnung der durchgehenden Autobahn von Dresden nach Prag entgegen gefiebert. Und dann das: da sich unter einer Brücke im Böhmischen Mittelgebirge das Erdreich zu bewegen begann, musste die Querung gesperrt werden, läuft der Verkehr auf zwei Kilometern erst einmal einspurig. Im Klartext: aus Mangel an Sicherheit. Das ist kein Spaß.

Fotocollage: Zigarette in Aschenbecher mit Aufschrift "* 1586 - † 2017"

Schluss mit lustig für Europas letzte Raucherinsel. Genau fünf vor Zwölf war es am Freitagmittag, als das Prager Abgeordnetenhaus seine „Entscheidung des Jahres" fällte: auch in Tschechiens Kneipen darf künftig nicht mehr geraucht werden. 

Foto: Altstädter Ring - Bild: Commons/Tiia Monto, crop von LE, CC BY-SA 4.0

Präsident Zeman und Prags Erzbischof Duka lehnen Flüchtlinge gleichermaßen ab. Zeman dekoriert Duka dafür mit einem Orden. Ein Holocaust-Überlebender geht leer aus.

Foto: Plakat "Havel für immer" am Nationalmuseum zum Nationalfeiertag 2014 - Bild: LE/tra

Nachdenken über Václav Havel, der heute 80 geworden wäre

Am späten Mittwochabend, wenn die Tschechen der zahllosen Feiern zum 80. Geburtstag ihres langjährigen Präsidenten Václav Havels müde sein werden, bietet das zweite Programm des öffentlich-rechtlichen Prager Fernsehens eine Art Kontrast: In einer Livesendung werden vier „Deutschlandexperten" darüber debattieren, ob die Tschechen wieder Angst vor den Deutschen haben müssen.

Foto: Angela Merkel - Bild: Commons/EPP, CC BY 2.0

Hübsch sah es aus, als Bohuslav Sobotka seinen Gast Angela Merkel am Donnerstag auf einer Sonnenterrasse unweit des Prager Strahov-Klosters zu einer Zwischenmahlzeit einlud. Utopenci ließ er kredenzen, „ersoffene Würstchen". Die Kanzlerin kann damit etwas anfangen. Derlei hat sie schon zu DDR-Zeiten als Praktikantin in der Prager Wissenschafts-Akademie gern gegessen.

Foto: Prager Burg vom Pulverturm aus gesehen - Bild: Commons/C1815

Zwanzig Minuten dauerte am Dienstag das große militärische Zeremoniell auf der Prager Burg für Chinas Präsidenten Xi Jinping. Xi, nur im Anzug, fror sichtlich im scharfen Wind, der erfolgreich selbst den schweren roten Teppich attackierte und den Donnerhall der 21 Salutschüsse bis weit in Stadtteile auf der anderen Seite der Moldau trug.

Foto: Demonstrant mit Plakat "Präsident und Regierung locken uns nach Osten" - Bild: LE/tra

Vollendet hat sich am Samstagnachmittag der tschechische Schulterschluss mit Pegida. Die hatte für Samstag zu einer paneuropäischen Demonstration gegen den Islam aufgerufen. In Tschechien waren über 4000 Menschen dem Ruf gefolgt, auf dem Burgvorplatz gegen die „drohende Islamisierung des Abendlands“ zu demonstrieren. Live-Schaltungen aus Dresden und Reden auf Tschechisch und Deutsch verschafften der Demo den Flair eines Grand Prix d´Eurovision der 70er Jahre. Auch das Durchschnittsalter der Demoteilnehmer, geschätzte 58 Jahre, hatte etwas von Schlagerveranstaltung an sich.

 

Illustration: AK 47 Sturmgewehr

Im vergangenen Oktober standen auf dem New Yorker Flughafen JFK gleich zwei tschechische Regierungsmaschinen. Mit der einen war Präsident Miloš Zeman zur UN-Vollversammlung gekommen. Mit der anderen Premier Bohuslav Sobotka auf Einladung von US-Vizepräsident Joe Biden. Zeman gilt für Biden oder gar für Präsident Obama wegen seiner ideologischen Nähe zu Russland als „VIP PNG".

 

Foto: Miloslav Ransdorf - Bild: Commons/Janwikifoto

Es gab in den tschechischen Zeitungen bemerkenswerte Nachrufe auf den in der vergangenen Woche plötzlich verstorbenen EU-Abgeordneten der kommunistischen KSČM, Miloslav Ransdorf. In den Blättern seiner politischen Gegner - Lidové noviny und Mladá fronta dnes - zollte man ihm eine gewisse Achtung, auch wenn man dort betonte, dass man mit ihm nur schwer inhaltlich, sprich ideologisch, übereinstimmen konnte. Aber man zollte ihm Respekt.

 

 

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