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Stillstand im Schlaraffenland

Foto: Die "Neysseburg" heute - Bild: Facebook-Gruppe "Schlaraffia - Jablonec nad Nisou"

Die vom Abriss bedrohte „Neysseburg“ in Gablonz (Jablonec nad Nisou), ehemals Sitz des dortigen Ablegers der humoristischen Herrengesellschaft Schlaraffia, scheint gerettet. Der einst repräsentative Bau verfällt schon seit Jahren und sein heutiger Eigentümer wollte eigentlich seine Fabrik auf das günstig gelegene Grundstück ausweiten (das LandesEcho berichtete in der Februar-Ausgabe 2/2015). Durch die Intervention von Kulturminister Daniel Herman liegen diese Pläne nun aber erst einmal auf Eis.

 

 

 

Der jetzige Einspruch Hermans hebt eine frühere Entscheidung auf. Zunächst hatte der schlechte bauliche Zustand des Hauses an der Lausitzer Neiße (Lužická Nisa) nämlich eine Einstufung als denkmalgeschütztes Objekt verhindert. Denkmalschützer hatten das in einer entsprechenden Untersuchung bestätigt. Da half auch eine Petition mit über 3 500 Unterschriften nichts, die die Gablonzer für den Erhalt des einmaligen Bauwerks gesammelt hatten.

Erst der Protest des Kulturministers, der die besondere kulturelle Bedeutung der Neysseburg abseits ihres architektonischen Wertes unterstrich, ließ eine Neubewertung zu. Jetzt müssen wieder die Experten ran und die Denkmalswürdigkeit des Schlösschens erneut überprüfen. Bis zu deren Entscheidung darf die Neysseburg aber weder abgerissen, noch umgesetzt werden. Zwischenzeitlich hatte Radek Malina, der heutige Eigentümer des Grundstücks, nämlich angeboten, die Neysseburg für einen symbolischen Betrag zu verkaufen, damit sie an einen neuen Standort versetzt werden könnte.

Dazu kommt es nun vorerst nicht und auch der Ausbau der Firma Malina Safety wird warten müssen. Damit sind Arbeitsplätze in Gefahr, sagt Malina, der sich schon seit Monaten um eine Abriss-Genehmigung bemüht. Die Stadt Gablonz habe außerdem Fristen im Abriss-Verfahren verstreichen lassen und verstoße damit gegen die aktuelle Gesetzeslage. Sollte die Neysseburg nun doch unter Denkmalschutz gestellt werden, wäre der Bau aber zum ersten Mal wirklich vor der Abriss-Birne geschützt und Malina müsste seine Ausbaupläne anpassen. Ihm stehen jedoch noch Rechtsmittel gegen die Entscheidung offen, wie das Kulturministerium dem LandesEcho bestätigte.

Bis zur endgültigen Entscheidung wird die Neysseburg also weiterhin als Zankapfel herhalten müssen und der Witterung ausgesetzt bleiben.

Weitere Informationen zum Protest gegen den Abriss der Neysseburg finden Sie auf Facebook bei der Gruppe "Schlaraffia - Jablonec nad Nisou".

 


 

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