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Schreibstrategien gegen den Tod

Geschichtsdozentin bringt Erfahrungsberichte mit - Foto: Prager Literaturhaus

Die Verarbeitung des eigenen Schicksals gelang vielen Überlebenden des Holocaust erst viele Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Einige Schriftstücke, heute einzigartige Relikte des Leids, entstanden jedoch schon vor 1945. Die Geschichts-Dozentin Mona Körte aus Berlin stellt in einem Vortrag nun in Prag einige dieser Schriften vor.

 

 

Körte lehrt als Privatdozentin am Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin und kennt sich als Expertin der deutsch-/europäisch-jüdischen Literatur- und Kulturgeschichte sowie der Materialität von Buch und Schrift sowohl mit dem Medium Buch, als auch mit der Materie des Literatur im Holocaust aus.

In ihrem Vortrag geht es aber nicht um klassische Literatur während des Holocaust. Da es weder in den Konzentrationslagern noch in den Ghettos einen Überschuss an Papier oder anderen Materialien zum Beschreiben gab, mussten die Leute in Eile und Heimlichkeit Packpapier- oder Pappfetzen beschreiben. Unwissend, ob oder wie lange sie noch leben würden und ob ihr Werk jemals gefunden werden würde, verfassten die Autoren Dokumentationen des Augenblickes. Inhaftierte, die solche Texte schrieben, taten dies zum einen um den Tod und das Sterben zu bilanzieren, zum anderen wurden diese aber auch als Strategie gegen diese Realität des Todes genutzt.

Die literarisch hohe Bedeutung der Werke wird dadurch verdeutlicht, dass es nur sehr wenige dieser Aufzeichnungen gibt und Berichte von Zeitzeugen, welche oftmals als Quelle der Schreckenstaten der Nationalsozialisten zurate gezogen werden, die Emotionen der damaligen Zeit nicht immer wiedergeben können oder wollen.

Der Vortrag findet am 9. Oktober auf Deutsch im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren statt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf den Seiten des Literaturhauses: hier.

 


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