Am 29.9.2015 verstarb der deutsche Literaturkritiker und Schriftsteller Hellmuth Karasek im Alter von 81 Jahren in Hamburg. Karasek war 1934 in Brünn geboren worden und floh mit seinen Eltern 1944 vor der vorrückenden Roten Armee aus dem schlesischen Bielsko-Biala (Bielsko-Biała) nach Sachsen-Anhalt. 

 

 

 

1952 siedelte Karasek nach seinem Abitur im sachsen-anhaltinischen Bernburg aus der DDR in die Bundesrepublik über und studierte in Tübingen Germanistik, Geschichtswissenschaft und Anglistik. Nach seiner Promotion schrieb er als Journalist für die Stuttgarter Zeitung, den Spiegel, die Zeit, die Welt und die Welt am Sonntag vor allem im Feuilleton und war bis 2004 Mitherausgeber der Tageszeitung Tagesspiegel.

Einem großen Publikum wurde Karasek in Deutschland durch seine Auftritte in der Sendung „Das Literarische Quartett“ im Zweiten Deutschen Fernsehen bekannt. Mit seinen Mitstreitern Sigrid Löffler und Marcel Reich-Ranicki stritt er über Neuerscheinungen, Literaturklassiker und Autoren. Die oft leidenschaftlichen Debatten begeisterten über für das Fernsehen unglaubliche zwölf Jahre das Publikum. Karaseks Vorwurf, das einzige Buch, an dem Reich-Ranicki nichts auszusetzen hätte, sei ein Bildband der Toskana, ist bis heute legendär.

Karasek berichtete und stritt jedoch nicht nur über die Kulturszene in Deutschland, er war selbst ein Teil von ihr. Er war Chefdramaturg am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart, Honorarprofessor am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg und schrieb Theaterstücke. Zudem veröffentlichte Karasek eine ganze Reihe von Büchern von Dichterbiographien und Romanen mit autobiographischen Zügen bis hin zur Humorkritik.

Noch bis zuletzt war Karasek mit seinen Büchern auf Lesereisen unterwegs. Er hinterlässt vier Kinder und seine zweite Ehefrau Armgard Seegers.

 

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