Am Freitag, den 27. November, lädt die Brücke/Most-Stiftung um 19:30 Uhr in die Brücke-Villa (Reinhold-Becker-Str. 5 in Dresden) zu einem bewegenden Zeitzeugengespräch mit Myriam Schütze ein. Sie berichtet über ihr Schicksal als Kind auf der Flucht. Als Kind entkam sie dem Konzentrationslager, weil die Bombardierung Dresdens dem Abtransport zuvor kam. Sie sagt: „Ich habe das Glück, nie Hass empfunden zu haben“.

 

 

 

Myriam Schütze will vor allem eines: Mut machen. Sie berichtet davon, wer ihr bei der Flucht geholfen hat und davon, wie wichtig diese Menschen noch heute für sie sind. „Vielleicht erreiche ich ja die Dresdnerinnen und Dresdner, die sich heute für geflüchtete Menschen engagieren, damit sie nicht verzagen!“

Die Eltern von Myriam Schütze lernten sich in Chemnitz kennen und heirateten 1939 in Belgien, da der Vater als Jude in Deutschland keine Zukunft hatte. Im Mai 1940, nach der Besetzung Belgiens, wurde der Vater nach Süd-Frankreich deportiert. Auch die Mutter musste schließlich fliehen und ging mit der 11 Monate alten Tochter freiwillig ins Lager zu ihrem Mann.

Es folgten mehrere Deportationen in verschiedene Lager. Der Vater kam 1943 nach Majdanek/Lublin ins KZ und wurde dort im gleichen Jahr ermordet. Die Mutter wurde in Dresden in Untersuchungshaft genommen und angeklagt, gegen das Gesetz „…zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ verstoßen zu haben. Sie kam ins Zuchthaus nach Magdeburg. Myriam Schütze blieb in Freiberg bei Verwandten. Durch die Bombenangriffe auf Dresden und Magdeburg im Jahr 1945 konnten Mutter und Tochter nicht wie geplant in ein KZ abtransportiert werden und überlebten so.

Veranstalter ist das Herbert-Wehner-Bildungswerk in Kooperation mit der Brücke/Most-Stiftung in Dresden.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf den offiziellen Seiten der Stiftung: hier.

 

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