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Tschechische Filme auf Deutschlandtounee

Das Czech Film Center präsentiert dem deutschen Publikum tschechische Filmkunst.

 

 

Spätestens seit den großen Erfolgen von Jiří Menzels „Liebe nach Fahrplan“ oder Jan Svěráks „Kolja“ weiß jeder: Tschechische Filme spielen in der ersten Liga und können mit der ausländischen Konkurrenz mühelos mithalten. Sollte man meinen. Die Realität sieht leider etwas anders aus. Denn obwohl in Tschechien nach wie vor zahlreiche hervorragende Filme produziert werden, schaffen nur wenige von ihnen den Sprung auf die internationale Bühne. Das gilt auch in Bezug auf das Nachbarland Deutschland.

 

Ob ein Film im Ausland Bekanntheit erlangt und auf Festivals gezeigt wird, hängt nur teilweise von dessen Qualität ab. Es muss einiges an Beziehungsarbeit geleistet werden, bis ein Film ins internationale Bewusstsein vordringt. Das wurde Jana Černík, Filmkritikerin und Cineastin aus Bratislava, bei ihrer Arbeit für verschiedene internationale Fimprojekte und Festivals bewusst. Gemeinsam mit Pavel Strnad und Helena Uldrichová entwickelte sie die Idee des Czech Film Center als Institution, die systematisch die Strukturen schaffen will, um tschechische Filme im Ausland bekannter zu machen.

 

Aus diesem Grund veranstaltet das Czech Film Center nun schon zum zweiten Mal eine sogenannte „Czech Film Tour“. Die Idee: Aktuelle Filme aus Tschechien reisen durch Deutschland und werden in verschiedenen Städten im Kino gezeigt. „Wir haben uns bei der Auswahl der Filme thematisch eingeschränkt und Filme ausgewählt, die ein, unserer Meinung nach, lebensnahes Bild der heutigen tschechischen Gesellschaft vermitteln und inhaltlich zur Diskussion und Reflexion der vergangenen fünfzig Jahre beitragen“, so Markéta Šantrochová vom Czech Film Center.

 

Ein Blick ins Programmheft zeigt: Die Filme decken ein breites Spektrum ab. Der Dokumentarfilm „Občan Havel“ („Bürger Havel“) von Pavel Koutecký gehört ebenso zum Programm wie die Tragikomödie „Občanský průkaz“ („Personalausweis“) von Ondřej Trojan.

 

FilmGeschichte

 

Einen thematischen Schwerpunkt bilden Filme, die sich mit der deutsch-tschechischen Vergangenheit auseinandersetzen. In seinem Historiendrama „Lidice“ behandelt der Regisseur Petr Nikolaev ein besonders dunkles Kapitel dieser Geschichte. Das Dorf Lidice (Liditz) wurde 1942 von nationalsozialistischen Truppen als Vergeltung für das Attentat auf Reinhard Heydrich zerstört, die männlichen Dorfbewohner wurden erschossen, die Frauen und Kinder in das KZ Ravensbrück deportiert.

 

Auch der Film „Grandhotel“ nach dem gleichnamigen Roman von Jaroslav Rudiš setzt sich auf seine Weise mit dem deutschen Erbe in Tschechien auseinander: Der kauzige Hausmeister Fleischmann begegnet darin einem deutschen Kriegsveteranen, der in seine alte Heimatstadt Reichenberg (Liberec) zurückkehrt. Fleischmann lauscht dem in Erinnerungen schwelgenden Alten und zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Freundschaft.

 

Die cineastische Tour hat bisher schon in zwei Städten Halt gemacht: In Passau und in Hamburg, wo Regisseur Petr Nikolaev seinen Film „…a bude hůř“ („…und es kommt noch schlimmer“), der in der nordböhmischen Untergrundszene der 70er Jahre spielt, vorstellte. Weitere Stationen sind unter anderem Frankfurt am Main, Erfurt und Dresden, wo die Filmvorführungen vom 18. bis zum 24. Oktober im Rahmen der Tschechisch-Deutschen Kulturtage stattfinden.

 

In Dresden wird es auch am 19. Oktober die Kurzfilmnacht FEIN.KOŠT geben, die jungen tschechischen und deutschen Regisseuren eine Plattform bietet, um ihre aktuellen Werke einander und einem internationalen Publikum zu präsentieren. Ab diesem Herbst sind die tschechischen Filme bis zum Mai 2013 in 15 deutschen Städten unterwegs.

 

Mehr Infos unter www.filmcenter.cz

EVA-MARIA

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