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Das Leben nach dem Tod

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„Ruhe in Frieden“ heißt es, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Doch das Prinzip des Todes gilt leider nicht für jeden im dystopischen Wien im Jahre 2033. Im Science-Fiction-Thriller „Stille Reserven“ von Valentin Hitz wird jeder, der keine sogenannte Todesversicherung sein Eigen nennen kann, nach seinem Tod reanimiert. Der wiederbelebte Körper wird als Allzweckwerkzeug genutzt.

Seit frühester Kindheit hat sich Valentin Hitz mit dem Gedanken beschäftigt, was wäre, wenn man nicht sterben dürfte. Ist es gut oder schlecht? Und durch wen könnte es kontrolliert werden? Genau dies sind die Hintergrundgedanken, die dem Zuschauer den ganzen Film über im Hinterkopf schwirren. Unterstützt wird die düstere Szenerie durch die hervorragende schauspielerische Leistung von Clemens Schick, der den fast emotionslosen, robotergleichen Versicherungsvertreter für Todesversicherungen Vincent Baumann spielt.

Diese „Todesversicherungen“ spielen die größte Rolle in der Zweiklassengesellschaft in Hitzens Wien der Zukunft. Sie entscheiden, wer sterben darf oder wer seinen Körper nach seinem Tod als menschliches Ersatzteillager, als Gebärmaschine oder als Informationsspeicher hergeben muss. Vincent ist dabei ein Meister seines Fachs und weiß, wie er mit allen Mitteln Versicherungen an den Mann bringen kann.

Doch im Wien des Jahres 2033 sind nicht alle damit einverstanden, dass Tote nicht ihre letzte Ruhe finden dürfen. In einer Untergrundorganisation versucht die Aktivistin Lisa Sokulova, gespielt von Lena Lauzemis, eines dieser Lebenserhaltungslager auszuschalten. Um ihren Plan umzusetzen benötigt sie noch eine Zutrittsgenehmigung, die nur Mitglieder einer gewissen Einstufung haben. Und hier treffen die beiden Hauptprotagonisten aufeinander. Allerdings wird der Film ab diesem Punkt leider zu vorhersehbar. Es entwickelt sich eine Science-Fiction-typische Geschichte mit romantischem Einschlag und einem abrupten Ende.

Auf das großartige Tempo am Anfang des Films folgt leider eine sehr langsam voranschreitende Story, die zudem stellenweise etwas zusammenhangslos wirkt. Leider scheitert auch der Versuch Emotionen aus dem Zuschauer zu locken, da der romantische Plot eher ungeschickt eingebaut wirkt. Die ungleiche Chemie der Charaktere passt ebenso wenig wie plötzlich aufflammende Emotionen in das kalte Setting. Ebenso geben die Nebendarsteller keinen wirklichen Grund sich mit ihnen zu befassen, da sie nur für wenige Momente eine wirklich entscheidende Rolle spielen.

Stille Reserven ist ein grundsolider Science-Fiction-Thriller, der mit einer sehr interessanten Thematik einsteigt, diese aber durch das zu langsame Tempo und die unpassende Romantik leider etwas auf der Stecke lässt.

Die 96-minütige österreichisch-schweizerisch-deutsche Koproduktion aus dem Jahr 2016 wird im Rahmen von „Das Filmfest“ am 20.10. im Kino Lucerna in Prag und am 01.11. im B. Bakala Saal in Brünn vorgeführt.

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