Tschechiens alter und neuer Präsident bleibt Miloš Zeman. Der 73-Jährige setzte sich in der Stichwahl denkbar knapp mit 51,36 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Jiří Drahoš durch, der 48,63 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Die Wahl stieß in Tschechien auf großes Interesse. Die Beteiligung hatte sich gegenüber der ersten Runde vor zwei Wochen von knapp 62 Prozent auf über 66 Prozent erhöht.


Zeman kündigte für seine zweite Amtsperiode, die Anfang März beginnt, einen versöhnlicheren Politikstil an. Als politische Ziele nannte er die Einführung von Direktwahlen für Bürgermeister und Bezirkshauptmänner. Zugleich kündigte er an, Andrej Babiš für die Regierungsbildung mehr Zeit zu lassen.

Zeman war es offenbar gelungen, für die Stichwahl seine Anhänger zu mobilisieren. Nach der enttäuschenden ersten Runde mit nur knapp zwei Millionen Wählerstimmen konnte er in der Stichwahl noch einmal über 800000 Wähler hinzugewinnen. Für Zeman ist die zweite Amtszeit zugleich die letzte. Die tschechische Verfassung sieht nur zwei Mandate für Präsidenten vor. Eine Amtszeit geht über fünf Jahre.