Der Zukunftsfonds geht mit seinem neuen Jahresthema für 2019 in die kleinen Städte und Randlagen und unterstützt Initiativen zur Stärkung des gesellschaftlichen Dialoges.

„Mach mit! Gesellschaftliche Trennlinien überwinden“ heißt das neue Jahresthema des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Damit will der Fonds den Dialog zwischen und innerhalb der deutschen und tschechischen Gesellschaft fördern und vor allem Partnerschaften mit Akteuren aus ländlichen und strukturschwachen Regionen unterstützen. „Die Trennlinien verlaufen in den letzten Jahren oft nicht mehr zwischen den beiden Ländern, sondern innerhalb der beiden Gesellschaften zum Beispiel zwischen Stadt und Land, entlang von Einkommens- und Alterstrukturen oder Bildungshintergründen“, heißt es beim Zukunftsfonds. Diese Defizite will die Organisation mit ihrem neuen Jahresthema helfen zu beseitigen.

Traditionell werden Projekte zum Jahresthema mit bis zu 70 Prozent der Projektkosten gefördert als wie sonst üblich mit 50 Prozent. Derart prominent werden ab sofort bis Ende 2019 einerseits deutsch-tschechische Projekte gefördert, die sich „schwerpunktmäßig mit Ursachen von gesellschaftlichen Polarisierungen beschäftigen und Strategien zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts entwerfen.“ Was den zweiten Schwerpunkt, die kleinen Städte (bis 20000 Einwohner), städtischen Randlagen und sozialen Brennpunkte betrifft, so ist für eine erhöhte Förderung nicht einmal eine thematische Projektausrichtung nötig. Es reicht, wenn neue deutsch-tschechische Partnerschaften gerade aus diesen Regionen entstehen. „Im schulischen Bereich liegen uns Mittel- und Berufsschulen besonders am Herzen“, sagt der Verantwortliche für das Jahresthema Jacob Venuß. Hintergrund dieser großzügigen Förderung ist, dass die Mehrheit der deutsch-tschechischen Projekte von Partnern aus dem städtischen Raum beantragt werden.

Die Antragsfristen für Projekte sind jeweils zum Quartalsende, d.h. der 31. Dezember 2018 sowie die jeweiligen Termine bis Ende 2019. Die Umsetzung der Projekte kann bis ins Folgejahr reichen.

Auf seiner letzten Sitzung hat der Verwaltungsrat des Zukunftsfonds 138 deutsch-tschechische Projekte mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro bewilligt. Darunter waren Projekte mehrerer zentraler, langjähriger Akteure des deutsch-tschechischen Austauschs, für die der Zukunftsfonds in diesem Jahr erstmals ein Sonderprogramm zur Entwicklungsförderung ausgeschrieben hatte. „Ohne den hohen persönlichen und uneigennützigen Einsatz dieser Akteure gäbe es schwerlich eine so starke Basis für den deutsch-tschechischen Austausch, wie wir sie heute haben“, so die Verwaltungsratsvorsitzenden Jindřich Fryč und Martin Kastler. „Dieses Engagement ist schwer zu beziffern und auf den ersten Blick leicht zu übersehen. Aber wenn wir das hohe Niveau der gegenseitigen Beziehungen aufrecht erhalten wollen, sollten wir diejenigen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich darum maßgeblich verdient machen, auch in ihrer organisatorischen Weiterentwicklung unterstützen.“

Zu den unterstützten Organisationen zählen diesmal das Kulturzentrum in Groß Tschochau (Řehlovice), der Verein Antikomplex und das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) im oberpfälzischen Schönsee. Außerdem unterstützt der Zukunftsfonds die Renovierung und den Erhalt mehrerer Baudenkmäler wie die Kirche Mariä Heimsuchung in Senftleben (Ženklava), die Grabstätte der Familie Gasch in Chodau (Chodov) sowie die Reparatur der Kapelle auf dem Brantlhof in Winterberg (Vimperk).