Eine unabhängige Jury aus vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und der diesjährigen Gast-Jurorin, der Künstlerin Barbara, hat aus über 1300 Einsendungen das deutsche Unwort des Jahres ausgewählt: die besonders im Wahlkampf oft bemühten „alternativen Fakten“.

 

Seit 1991 wird jährlich analog zum Wort des Jahres in Deutschland auch das Unwort des Jahres gewählt. Die „Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres“, die seit 1994 das Unwort wählt, lädt neben den festen Jury-Mitgliedern auch immer einen Gast mit ein. 2011 war beispielsweise der ehemalige Bundesgesundheitsminister Heiner Geißler an der Auswahl des Wortes „Döner-Morde“ als Unwort des Jahres beteiligt gewesen.

In diesem Jahr saß die unter dem Künstlernamen Barbara arbeitende Plakat-Künstlerin mit im Auswahlgremium. Ihre oft gesellschaftskritischen Plakate, Klebebotschaften und Zetteleien sind zu einem Phänomen in den sozialen Medien geworden und werden tausendfach geteilt. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Grimme Online Award 2016 ausgezeichnet.

Besorgniserregende Tendenzen

In der Begründung zur Wahl der Bezeichnung „alternative Fakten“ hieß es, der Ausdruck sei „auch in Deutschland zum Synonym und Sinnbild für eine der besorgniserregendsten Tendenzen im öffentlichen Sprachgebrauch, vor allem auch in den sozialen Medien geworden: ‚Alternative Fakten‘ steht für die sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen“.

Weiterhin kritisiert wurden die Begriffe „Shuttle-Service“ für die Rettung Schiffbrüchiger Flüchtlinge und „Genderwahn“ als abwertende Bezeichnung für Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit.

Mehr zum Unwort des Jahres erfahren Sie auf den offiziellen Seiten der Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres: hier.