An diesem Samstag (3.10.) feiert Deutschland 25 Jahre Wiedervereinigung. In einer Zeit, in der gerade große Umbrüche auf den nördlichen Nachbarn Tschechiens zukommen, erinnert man sich daran, dass vor einem Vierteljahrhundert eine mindestens ebensogroße Veränderung die Verschmelzung des damals geteilten Berlins und den Beitritt der fünf neuen Bundesländer zur Bundesrepublik begleitete.

 

 

Am 29. September 1990 trat der „Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands“ in Kraft, der neun Tage zuvor von den Parlamenten beider Staaten ratifiziert worden war. Sowohl in der Volkskammer als auch im Bundestag hatte es durchaus Gegenstimmen gegeben, die den Einheitsvertrag in seiner damaligen Form ablehnten. Eine überwältigende Mehrheit jedoch stimmte dem Vertrag zu und machte den Weg frei für ein wiedervereinigtes Deutschland.

In Kapitel I, Artikel 2 des Einigungsvertrages wurde nicht nur festgelegt, dass Berlin die Hauptstadt der neuen Bundesrepublik werden soll und damit Bonn ablöst, es wurde auch ein brandneuer Feiertag eingeführt. In Absatz 2 heißt es da ganz offiziell: „Der 3. Oktober ist als Tag der Deutschen Einheit gesetzlicher Feiertag“. Heute, 25 Jahre später, ist dieser Feiertag eine Erinnerung an den langen Weg zur Wiedervereinigung, aber auch daran, dass Deutschland noch einen langen Weg vor sich hat, bevor Ost und West wirklich zusammengewachsen sind.

Anfang September prophezeite der stellvertretende Leiter der Dresdener Niederlassung des renommierten ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, Ostdeutschland werde auch in den kommenden 25 Jahren wirtschaftlich nicht mit Westdeutschland gleichziehen können. Es bleibt also noch viel zu tun, auch wenn aktuell andere Probleme drängender erscheinen.

Am 3.10. wird in Deutschland aber vor allem gefeiert und Tschechien feiert ein wenig mit, da in diesem Jahr auch das 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen der tschechischen und der deutschen Hauptstadt begangen wird. Prag und Berlin mögen sich politisch nicht immer einig sein, kulturell jedoch waren sie sich so nah schon lange nicht mehr. Herzlichen Glückwunsch von der Moldau an die Spree.

 

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