Nach dem großen Kriege, den man wegen seiner Dauer den Dreißigjährigen nennt, wollte ein Soldat in sein Heimatdorf, das in den Bergen an der mährisch-slowakischen Grenze lag, zurückkehren. In Alttitschein (Starý Jičín), wo er rastete, warnte man ihn vor dem Wege über den Schwinz (Svinec). In der Kojeteiner Mühle, die wohl seit zwanzig Jahren verlassen sei, so sagte man, spuke es: Wer immer in der letzten Zeit dort genächtigt habe, sei in der Früh tot aufgefunden worden.

Der Soldat kannte die Mühle: Wiederholt war er in seiner Jugend darin gewesen. Furcht war ihm auch fremd, darum dachte er, du solltest doch schauen, welche Bewandtnis es mit dem Hause habe. Nachdem er sich mit einigen Kerzen und einem Stricke aus Lindenbast versehen hatte, machte er sich auf den Weg. Es war Abend, als er bei der Mühle anlangte. Einladend sah sie nicht aus. Das Strohdach war mit Moos überzogen, der Schornstein eingestürzt, die offenstehende Tür halb zerbrochen und das kleine Fenster mit bunten Lappen verstopft. Der Teich davor, in dessen klarem Wasser er einst die dunklen Tannen der nahen Berge sich spiegeln gesehen hatte, war über und über mit grünen Wasserlinsen bedeckt. Noch verwahrloster war das Innere des Hauses. Das Zimmer, das er betrat, war kahl und schmutzig. Dicker Staub lag auf dem großen Kachelofen, auf dem schweren Tische, dem Stuhle davor und der Bank, die sich längst der Wand hinzog. Der Soldat reinigte Tisch und Bank und ließ sich auf der letzteren nieder. Vor sich stellte er eine Kerze, neben sich legte er den Strick, aus dem er eine Schlinge angefertigt hatte. So wartete er. Schon war die zweite Kerze niedergebrannt, da wurde es plötzlich in der Mühle, in der vorher eine beängstigende Ruhe geherrscht hatte, lebendig. Das Wasser rauschte und ein gleichmäßiges Geklapper verriet, dass das Mahlwerk im Gange sei. Unser Krieger zündete rasch ein neues Licht an, dann blickte er voll Spannung zum Eingang der Stube. Es währte nicht lange, so erschien ein Mann, der wie ein Jäger gekleidet war und auf dessen Hute eine lange Feder steckte.Die Teufelsmühle im Winter - Foto: www.vodnimlyny.cz

„Sehe ich wieder einen Menschen in meinem Hause“, fragte er. „Du weißt wohl nicht, dass der Ort verrufen ist?“

„Ich weiß es, gerade deshalb bin ich hier“, antwortete der Soldat.

„Du suchst ein Nachtlager?“

„Ein ordentliches Bett wär mir schon recht. Ich habe oft genug auf bloßer Erde schlafen müssen.“

„Du sollst ein gutes Lager erhalten: Folge mir!“

Der Ankömmling wandte sich der Tür zu. Noch hatte er sie nicht erreicht, so flog eine Bastschlinge über seinen Kopf. Ein kräftiger Ruck seitens des Kriegers und der Jäger, es war der Teufel, der diese Gestalt angenommen hatte, lag auf dem Boden. Der Bast der Linde macht die bösen Geister wehrlos. Nach kurzem Ringen war der Teufel an Händen und Füßen gefesselt.

„Gib mich frei“, bat er. „Du musst deine Strafe haben“, versetzte der Soldat. Darauf ergriff er den in seinen Banden heftig Zappelnden und schleppte ihn hinaus auf jene Seite des Hauses, wo der Teich sich befand und unterhalb desselben das große Mühlenrad sich langsam drehte. „Gib mich frei, ich überlasse dir die Mühle.“ Der Soldat überlegte. Wie sollte er den, durch den alles Böse in die Welt kam, wirksam züchtigen? Sollte er ihn in das Wasser werfen? Endlich fiel ihm ein Strafmittel ein. Er wollte den Jäger gegen das Wasserrad drücken, so dass dieses ihm die Haut vom Leibe reißen musste. „Gib mich frei, ich werde nie mehr in diese Mühle kommen.“

„Du bist die leibhaftige Lüge, du wirst dein Wort brechen.“ „Der Gebrannte fürchtet das Feuer.“ Unser Held dachte nach. Sollte er den Bösen doch freigeben? Da vernahm er einen fernen Hahnenschrei und der Spuk war verschwunden. Die Bastschlinge in den Händen, stand er beim Rade. Seitdem ist der Teufel nicht mehr in die Mühle gekommen. Sie wurde von der Obrigkeit dem klugen und mutigen Soldaten, der behauptete, sie erobert zu haben, zugesprochen.