Ein kleines Immersionsdeutschland in Niederschlesien

Sommercamp "Europa verbinden - Jugend bewegen" eröffnet

Fast ein Jahr lang haben die konzeptionellen und organisatorischen Vorarbeiten gedauert, nun ist es endlich so weit: Am 06. Juli wurde in Neugehrsdorf (Nowy Gierałtów) das internationale Sommercamp „Europa verbinden Jugend bewegen“ eröffnet: Wer das Seminarhaus „U Wanata“ betritt, findet ein kleines Immersionsdeutschland vor: Ein „Herzlich Willkommen!“-Schild begrüßt die Gäste, das gesamte Haus ist deutsch ausgeschildert und beschriftet, selbst in den Toiletten sind weise Zitate zu lesen.

 

 

 

Deutsch ist Campussprache und somit auch Arbeitssprache in den fünf Arbeitsgruppen, die sich zwei Wochen lang mit der Regionalgeschichte des Glatzer Landes, mit Musik, Kunst und interkulturellem Lernen, aber auch Klima und Klimawandel beschäftigen und diese Themen medial bearbeiten und präsentieren werden. Der internationalen Teilnehmergruppe entspricht dabei auch die internationale Zusammensetzung des Teams, das Akteure und Organisationen aus den teilnehmenden Ländern einbindet und vernetzt.

Das Interesse an dem innovativen Bildungsprojekt des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und des Goethe-Instituts Krakau war schon im Vorlauf groß: Über 100 Jugendliche aus der Deutschen Minderheit in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien und der Ukraine haben sich beworben. Dabei sind aber auch junge Menschen aus Deutschland. Selbst bei unterschiedlichem Sprachniveau der fast 70 Teilnehmer funktioniert die Verständigung und die Arbeit in den Themengruppen auf Deutsch. Zwei Wochen lang verbringen sie nun gemeinsam in Niederschlesien. Sie werden gemeinsam und voneinander lernen und dabei erleben, „was Europa bedeutet“, so Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Schirmherr des Sommercamps, in seinem Grußwort: „nämlich das Zusammenleben und –arbeiten verschiedener Nationen, die bei allen Unterschieden auf kulturellem Gebiet letztendlich doch sehr viel gemeinsam haben“. Die Angehörigen der Deutschen Minderheit verbindet außer gemeinsamen Werten die Zugehörigkeit vor allem zum deutschen Kulturkreis und zur deutschen Sprache. So ist die Verbesserung besonders der aktiven, kommunikativen Sprachkenntnisse der Teilnehmer eines der Hauptziele des Sommercamps. Darüber hinaus will das Sommercamp vor allem Medien-, interkulturelle und Demokratiekompetenz vermitteln. Die erworbenen Kontakte und Kenntnisse können die jungen Menschen dann nicht nur nutzen, um die Aktivitäten der deutschen Minderheit in ihren Herkunftsländern aktiv mitzugestalten, sondern auch um die grenzüberschreitende Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen Organisationen zu verstärken. Dadurch tragen die Minderheiten auch zu einem Zusammenwachsen Europas bei.

Die Abschlusspräsentation des Sommercamps „Europa verbinden Jugend bewegen“ 2014 findet am 18. Juli 2014 um 16 Uhr im Centrum Edukacji, Turystyki i Kultury in Seitendorf (Stronie Śląskie), ul. Kościuszki 18, 57-550 Stronie Śląskie, Polen statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!