Bundesverdienstkreuz für František Hýbl

Foto: Botschafter Israng mit František Hýbl - Bild: Rudolf Göllner

In der deutschen Botschaft in Prag erhielt František Hýbl Ende September von dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande. Hýbl ist Direktor des Comenius-Museums in Prerau (Přerov).

Botschafter Christoph Israng verlas die Begründung: „Damit erkennt die Bundesrepublik Ihre großen Verdienste um die Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen – insbesondere durch Ihren Beitrag zur Aufarbeitung der Ereignisse am 18. und 19. Juni 1945 auf den Schwedenschanzen bei Přerov an.“ Dem Massaker fielen 265 Karpatendeutsche, Ungarn und Slowaken zum Opfer.

Darunter waren auch vier Familienangehörige von Rudolf Göllner. Bei der Preisverleihung meinte er zu František Hýbl: „Sie haben im Sinne Ihres großen Landsmannes Comenius, der den Menschen Menschlichkeit lehrte, aus dem Geschehen in Prerau für sich die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und gehandelt: Aufklären, Versöhnung, Friede, Freundschaft statt Verschweigen, Hass, Vergeltung, Unversöhnlichkeit.“

Ein Mahnmal für die Zukunft

Er erinnerte daran, dass Hýbl mit dafür gesorgt habe, dass ein Mahnmal auf dem Friedhof in Prerau und am Ort des Geschehens auf den Schwedenschanzen errichtet wurde. Die Namen der Opfer wurden ermittelt und mit Hilfe der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in Granit verewigt. Außerdem habe Hýbl sich dafür eingesetzt, dass die sterblichen Überreste der Opfer entdeckt und nach Prerau überführt wurden (das LandesEcho berichtete: hier).

Der Verdienstorden am Bande wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen. Er wurde am 7. September 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet und sollte der Ehrung all derjenigen dienen, „deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“

Dieser Artikel erschien zuerst beim Karpatenblatt.