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Letzte Reise der Opfer von Prerau

Karte: Standort der Schwedenschanze - Bild: Wiki

Nach langen 71 Jahren wurden in diesem Jahr auf dem Olmützer (Olomouc) Zentralfriedhof die sterblichen Überreste der Frauen und Kinder gefunden, die in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 1945 auf einem Hügel bei Prerau (Přerov) ermordet wurden. Am 14. Oktober werden sie auf den Prerauer Friedhof überführt, wo sie in einem gemeinsamen Grab mit den männlichen Opfern des „Massakers von Prerau“ bestattet werden.

Auf der Schwedenschanze (Švédské šance) bei Prerau starben im Juni 1945 auf Befehl des Leutnants Karol Pazúr Männer, Frauen und Kinder, die sich auf dem Rückweg in die Zentralslowakei befanden, aus der sie 1944 evakuiert worden waren. Dabei traf es Militärangehörige, Zivilisten, Karpatendeutsche, Ungarn und Slowaken gleichermaßen. Insgesamt wurden auf der Schwedenschanze 120 Frauen, 74 Kinder und 71 Männer erschossen, die dann Einwohner des nahegelegenen Ortes Lowieschitz (Lověšice) in einem Massengrab verscharren mussten.

Erst 1947 wurde das Massaker untersucht und das Massengrab von den Behörden geöffnet. Die männlichen Opfer wurden in Prerau beerdigt, während die Leichen der Frauen und Kinder im Olmützer Krematorium eingeäschert und in einem lange Zeit unbekannten Grab beerdigt wurden.

Leutnant Karol Pazúr, ehemaliges Mitglied der Hlinka-Garde, wurde zwar 1949 für seine Tat zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, er kam jedoch schon 1952 durch eine Amnestie des Präsidenten wieder frei und wurde Offizier der Staatssicherheit. Er blieb der einzige für das Massaker bestrafte Täter.

Der Historiker František Hýbl hat über 30 Jahre lang das Massaker auf der Schwedenschanze untersucht. Er hat die Schicksale der Ermordeten aufgezeichnet und ihnen damit ein Gesicht gegeben. Sein Buch „Krvavá noc na Švédských šancích“ ist in diesem Jahr erschienen. Nun ist es ihm auch gelungen, den genauen Standort des Grabes in Olmütz zu finden.

Bereits im Juni hatte man in Olmütz eine Gedenktafel für die Opfer des Massakers, unter denen auch sechs Monate alte Kinder waren, auf dem Friedhof angebracht und folgte damit Prerau, wo bereits seit 1993 eine zweisprachige Gedenktafel existiert. Die Umbettung der sterblichen Überreste in ein gemeinsames Grab auf dem Prerauer Friedhof werden Angehörige begleiten.

Über die Geschehnisse auf der Schwedenschanze drehte die Journalistin Svatava Měrková den Dokumentarfilm „Bez šance“ (Ohne Chance), der auf Tschechisch mit englischen Untertiteln auf youtube zu sehen ist:

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